Soayschafzucht • Bodo Böhmker • Moorstraße 36 • 21261 Welle • Tel: 0174 - 94 08 703
 
 
Das Soay-Schaf
  Ein Bronzezeitschaf in Niedersachsen
  Das St.Kilda Archipel
  Rassebeschreibung und Eigenschaften
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Ein Bronzezeitschaf in Niedersachsen
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Ein Bronzezeitschaf in Niedersachsen

Schafe sind zusammen mit Ziegen die wohl ältesten Wirtschaftstiere des Menschen.
Im Zuge der Domestizierung hat sich das Schaf optisch und genetisch so verändert, dass es den Bedürfnissen des Menschen (Fleisch-/Woll-/Milchproduktion) stets gerecht werden konnte und so heute eine so große Nutz- und Artenvielfalt aufweist, dass es kaum vorstellbar ist, dass alle Rassen auf nahezu eine Wildform zurückzuführen sein sollen.
Heute wird das Mufflon von den meisten Forschern als Stammform des Hausschafes favorisiert.
Vor schätzungsweise 10.000 Jahren wurde das Wildschaf domestiziert. Als wahrscheinlichster Ort der erstmaligen Domestikation wird Anatolien angesehen. Schon vor 8000 Jahren gab es in Westeuropa Hausschafe. Vor etwa 7000 Jahren gelangten die Mufflons nach Korsika und Sardinien. Man unterscheidet heute bei den Wildschafen drei Unterarten:
Das Armenisches Wildschaf, im Kaukasus, Iran und Irak.
Das Mufflon, auf Korsika und Sardinien.
Das Zypern-Wildschaf, auf Zypern.
Nicht nur optisch sieht das Soayschaf dem Mufflon sehr ähnlich, es weist auch den gleichen, noch unveränderten Chromosomensatz auf.

 
Zur Geschichte des Mufflon klicke
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Mufflonwidder im Sommerfell   Soayschafbock im Winterfell
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Mit dem Soayschaf haben wir heute ein lebendes Relikt eines des frühesten Typus domestizierter Schafe, und darüber hinaus den wohl ältesten, genetisch und optisch weitgehend unverändert erhaltenen Nutztiertypus überhaupt.
Heute steht in der Nutztierhaltung und Züchtung die Fleisch- und in gewissen Grenzen auch noch die Wollproduktion im Vordergrund.
Da das Soayschaf im Vergleich mit den heute überwiegend gehaltenen Leistungsschafen ein sehr kleines und leichtes Schaf mit einer eher primitiven Wolle ist, wundert es nicht, dass wir es recht weit oben auf der Roten Liste der bedrohten Tiere finden. Das Soayschaf zählt als „Wildtier“ in Deutschland zu den sogenannten Exoten unter den vom Aussterben bedrohten Rassen.


Wie Knochenfunde belegen wurden Soayschafe schon im Neolithikum, ca 3000 v. Chr. von Menschen gehalten. Das Überleben, bzw. den Erhalt dieses Schafes verdanken wir der Tatsache, dass sie von frühen Siedlern oder später von Wikingern auf die abgeschiedene und schwer zugängliche Insel „Soay“ des St. Kilda Archipels vor der schottischen Westküste verbracht, und später zurückgelassen wurden. „Soay“ bedeutet auf norwegisch „Schaf“. Die Namensgebung der Insel "Soay" im St. Kilda-Archipel geht sehr wahrscheinlich auf Wikinger zurück. Von dieser Insel erhielten die Schafe ihren heutigen Namen.
Die Tiere „verwilderten“ in der Abgeschiedenheit und bewahrten so, von menschlicher Einflussnahme verschohnt und abgeschnitten, ihren primitiven Entwicklungsstand.

Dem erklärten Willen des damaligen Landeigners, die Schafe zu erhalten, ist es zu verdanken, dass wir heute auf zwei ursprüngliche Populationen zurückgreifen können. Nachdem 1929 die letzten Menschen freiwillig von der einzig bewohnten Insel des St. Kilda Archipels „Hirtha“ evakuiert wurden, sollte hier durch das Verbringen von Schafen von der Insel Soay nach Hirtha eine zweite stabile Population wildlebender Soayschafe entstehen. Die Verantwortlichen ließen zunächst alle zurückgelassenen domestizierten und wildlebenden Tiere auf Hirtha töten, um auf jeden Fall eine Einkreuzung anderer Rassen zu vermeiden. 1932 wurde dann das überaus schwierige Vorhaben verwirklicht. Eine Gruppe von 107 Soay-Schafen wurde von Soay nach Hirtha gebracht.
In den Folgejahren wurde dann allerdings wenig Notiz von den Schafen genommen, bis dann zwischen 1952 und 1972 kontinuierliche Aufzeichnungen gemacht und in den Folgejahren dann auch besonders intensive Studien über diese Schafe durchgeführt wurden.
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Gelegentlich wurden auch schon früher Tiere von der Insel Soay entnommen und von Liebhabern in Parks oder in Zoologischen Gärten auf dem britischen Festland gehalten. Hieraus entstand im Laufe der Zeit ein relativ einheitlicher Typus so genannter "Parksoay".
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Dieser Typus der Soayschafe ist der, der in Deutschland vorkommt.
Die Tiere der „Parksoaygattung“ kommen in reiner Form nur in zwei Farben vor. In Dunkelbraun oder in Cremefarben. Des weiteren haben die Tiere die üblichen Mufflonabzeichen, d.h. Bauch, Spiegel, Vorderaugenfleck, Unterkiefer, Innenohren und Partien der Innenbeine sind weiß oder hell beigefarben. Bei den „Parksoays“ sind beide Geschlechter (Böcke und Auen) immer behornt, hingegen bei den „Kildasoay“, die auf den Inseln lebenden Wildtiere, gehörnte und nicht gehörnte Tiere existieren und darüber hinaus auch Farbvarianten und Tiere mit weißen Flecken auftreten.
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Die Soayschafe von St. Kilda sind die primitivste domestizierte Schafrasse in Europa. Der Bestand der wildlebenden Tiere auf den Inseln ist nicht sehr groß und recht konstant und wird weitgehend durch natürliche Auslese im Gleichgewicht gehalten. Da die Größe der Bestände von dem Nahrungsangebot auf den kargen und rauen Inseln abhängig ist, sterben bei einem überschießenden Bestand alte, kranke und auch junge Tiere durch Nahrungsmangel und an den rauen Lebensbedingungen. So halten sich die Herden im gesunden und natürlichen Gleichgewicht.

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In den 1970er Jahren wurden die ersten Soayschafe von einem Hobbyzüchter nach Deutschland gebracht. Heute setzten sich in Deutschland insbesondere die Mitglieder der Interessengemeinschaft „IG Soay“ für die Erhaltung der Rasse in ihrer Reinform ein.
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Da sich das Soayschaf den äußerst harten und zum Teil lebensfeindlichen Bedingungen des St. Kilda Archipels anpassen musste, hat es nicht nur seinen interessanten Wildcharakter, sonder auch die Genügsamkeit, sowie die sehr robusten Eigenschaften beibehalten. Da die Soayschafe darüber hinaus, wie einst auch die Vorfahren unserer Hausschafe, im Frühjahr einen eigenen Fellabwurf haben und nicht geschoren werden müssen, werden sie heute von einigen Züchtern gerne in andere Rassen mit eingekreuzt.
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